Posts mit dem Label Müll werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Müll werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 20. Mai 2015

privater Papierkram

Chef A stellte im Archivraum einen Karton hin. In diesen warf er seine Unterlagen, die ich anschließend schreddern sollte. Als ich mich an die Arbeit machte, bemerkte ich, dass er auch viele, private Unterlagen, die er scheinbar nicht mehr benötigte, gleich in die Firma mitgebracht hatte.
Darunter ein Beleg, der meine volle Aufmerksamkeit erhielt: Er war geschäftlich. Und zwar wurden die Abrechnungen immer an die Privatadresse des Empfängers geschickt. Anfangs gab es nur diese Einzelbelege. Ich hatte Chef A immer wieder an die Originalbelege erinnert, die ich für die Finanzbuchhaltung benötige.

Nach einem Umzug erhielt er sie angeblich nicht mehr. Ich telefonierte sogar mehrmals mit dem Dienstleister. Fragte an, ob es eine Möglichkeit der elektronischen Übermittlung gibt. Der Servicemitarbeiter wies daraufhin, dass man zum Beispiel bei pdf-Abrechnungen nie sicherstellen könne, dass es sich um Originale bzw. nicht manipulierte Versionen handelte. Er konnte es sich nicht erklären, warum Chef A die Belege nicht erhalten hatte. Die Adresse stimmte und es war auch nichts an sie zurückgeschickt worden.

Glücklicherweise stellte der Dienstleister einige Zeit später das System um: Geschäftskunden erhielten eine Sammelabrechnung, also eine Art zusammenfassende Aufstellung der Umsätze jeder einzelnen Karten einer Firma. Und die Empfänger erhielten wie gehabt die Einzelabrechnungen an die private Adresse geschickt (Danke :) )

Als ich den zerrissenen Beleg in den Händen hielt, dachte ich nur "aha, da hat der Postbote aus xxx wohl zumindest ein Mal im Jahr xx den Briefkasten des Herrn Chef A gefunden" - ohne Postboten beleidigen zu wollen; ich konnte nur vermuten, dass Chef A mich über Monate hinweg angelogen hatte.

Sonntag, 17. Mai 2015

im Müll

Kollege Nr. 2 hatte mich vor wenigen Tagen gebeten, ein Fachbuch für ihn zu bestellen. Es wurde heute geliefert. Chef A nahm das Päckchen entgegen, packte es aus und gab es Kollege Nr. 2.

Ich ging davon aus, dass er den Karton wohl in den Müll geworfen hatte; er lag nicht auf seinem Tisch. Ich fragte Chef A, ob die Rechnung für das Buch im Karton gelegen hätte. Er antworte mir, dass er sie womöglich mit in den Papierkorb geworfen hätte. Dann ignorierte er mich wieder.

Ich schaute in meinen Papierkorb. (Normalerweise warf er seinen Müll - oft auch gern in hohem Bogen - in den Papierkorb, der neben meinem Tisch stand, wovon ich ausgegangen war.) Da war nichts drin. Ich hakte also noch einmal nach.

Er sagte mir, der Karton befände sich im Papierkorb von Chef B. Also muss er wohl ausnahmsweise bis zum Papierkorb von Chef B gelaufen sein.

Er müsste einen weiten Weg zurückgelegt haben, von der Tür zum Schreibtisch von Kollege Nr. 2:
Er hätte an dem Schreibtisch von Chef B vorbeilaufen müssen, anschließend an meinem Schreibtisch und an seinem Schreibtisch und anschließend wieder zurück zu dem Papierkorb von Chef B laufen müssen, um den Karton zu entsorgen. Hätte er den Karton nach Annahme sofort entsorgt, hätte mir das auffallen müssen, denn gleich dort steht das Kopier-/Scan-/Fax-Gerät - bei der Bedienung des Geräts war oft Unterstützung von Nöten. Daher achtete ich immer sehr darauf, ob gerade jemand vor dem Gerät stand.

Also ging ich zum Papierkorb von Chef B, schaute hinein und fand den Karton. Auch die Rechnung, die in zwei Teile zerrissen war. Ich versuchte, den Original-Beleg so gut es geht auf einem Blatt Papier zusammenzukleben.

Wieso interessiert Dich das?

Heute erhielten wir ein Päckchen. Chef A nahm es entgegen. Es handelte sich um eine Wandhalterung für einen PC-Monitor. Da eine Montage an einen Bildschirm erforderlich war, hatte ich vor, diese als "Aufrüstung" zu verbuchen (FiBu).

Ich fragte Chef A nach der Rechnung und erhielt die Antwort, es sei keine dabei gewesen und der Lieferschein befände sich im Karton. [Den Karton hatte er bereits in den Papierkorb geworfen.] Dann ignorierte er mich wieder.

Ich fragte ihn, für welchen Monitor es sei. Chef A antwortete: "Wieso interessiert Dich das?"
Anschließend erklärte ich ihm, das ich die Information für die Buchhaltung benötige.
Chef A fragte erneut: "Wieso brauchst Du das für die Buchhaltung?" Er machte eine kurze Pause und fügte hinzu: "Das ist doch egal. Wir wissen das noch nicht."

Mülleimer-Doktrin

Unsere Firma ist in ein neues Büro gezogen. Ab und an herrschte ziemliche Unordnung. Meine morgendlichen Hinterher- bzw. Aufräumaktionen waren häufig ein Abenteuer. Ein paar Wochen nach dem Umzug griff Chef A hart durch. Er wies auf die Unordnung hin und war der Meinung, dass es nicht sein könne, dass die Angestellten im neuen Büro weiterhin so eine Unordnung hinterlassen. Er selbst räume alles sofort weg.

Anmerkung meinerseits:
Dabei hatte er vergessen, dass auch er die Käppchen überall liegen lässt. Er stellte seine leere Flaschen da ab, wo sie ihm aus der Hand fielen. Es gab Tage, an denen war es für mich wie an Ostern, nur halt ohne Hase und ohne Ostereier: Im alten Büro stand ein Sideboard an seinem Tisch. Er hatte leere Cola-Flaschen in Reih' und Glied dort verstaut. Und ich hatte mich immer gewundert, wo sie sind bzw. wer sie mitnimmt. Der Getränkedienstleister nahm nur volle Kästen zurück; somit war ich häufig gezwungen, einzelne Glasflaschen nachzukaufen. Beliebte Verstecke waren auch neben der Palme, in neben dem TV-Tisch, hinter dem Papierkorb. Liegen gelassene Tüten vom Bäcker lagen häufig auf dem Tisch, benutztes Besteck lagen manchmal auf dem Rollcontainer. Zugegeben, im neuen Büro hatte sich das gebessert. Glücklicherweise.
Wegen der ganzen Unordnung stellte Chef A nun die Regel auf, dass kein Mitarbeiter einen Papierkorb an seinem Platz haben dürfe. Chef B fügte noch hinzu, es störe sein Zen. Das machte ich nicht mit, da ich unter anderem auch für die Postbearbeitung, Buchhaltung etc. zuständig war, sich in meinem Bereich also viel Papier anhäufte.


Chef A saß hinter mir und warf seitdem fast täglich seinen Müll in meinen Papierkorb. Weitwurf, mal daneben, mal mit mehreren Anläufen, zuletzt häufiger Volltreffer. Musste an der Übung liegen. Mich nervte es. Diese immerwährenden Wiederholungen. Es fühlte sich an, als würde er mir seinen Müll zuwerfen. Aber was soll man machen? Er ist ja Chef.